Das Wichtigste
- Um gefunden zu werden, zählen die Felder, nach denen Recruiter filtern: Jobtitel, Standort, Kenntnisse und das Open-to-Work-Signal. Um zu überzeugen, zählen die Headline und die ersten Zeilen im Info-Bereich.
- Die Headline nennt die gesuchte Position mit den Begriffen des Marktes, dazu, was du tust, und einen konkreten Beleg.
- Deinen Jobtitel darfst du mit der branchenüblichen Bezeichnung ergänzen, aber nie eine Stufe höher ansetzen.
- Open to Work im Modus „Nur Recruiter“ erscheint nicht auf deinem Profil, allerdings kann LinkedIn nicht garantieren, dass Recruiter deines eigenen Arbeitgebers es nicht sehen.
- Ein vollständiges Profil, das zu deinem Lebenslauf passt, bringt mehr als wöchentliche Beiträge von einem Profil, das in keiner Suche auftaucht.
Zwei Momente: gefunden werden und ausgewählt werden
Die meisten LinkedIn-Tipps vermischen zwei Dinge, die unterschiedlich funktionieren. Das erste ist, in einer Suche aufzutauchen: Eine Recruiterin gibt einen Jobtitel ein, wählt eine Stadt und ein paar Kenntnisse, und LinkedIn liefert eine Liste. Das zweite ist, was danach passiert, wenn sie dein Profil öffnet und in Sekunden entscheidet, ob sie dir schreibt oder weiterklickt.
Für den ersten Moment zählen die strukturierten Felder. Für den zweiten, wie das formuliert ist, was man ohne Klick sieht. Ein Profil kann in einem glänzen und im anderen scheitern: hervorragend geschrieben, aber mit einem Jobtitel, nach dem niemand sucht, oder voller Schlagwörter und kaum lesbar. Die von LinkedIn selbst veröffentlichten Zahlen zeigen, warum man den ersten Moment nicht vernachlässigen darf.
erweiterte Filter bietet LinkedIn Recruiter, darunter Jobtitel, Standort und Kenntnisse
Quelle: LinkedIn Talent Solutions, Funktionen von LinkedIn Recruiterhöhere Wahrscheinlichkeit, von Recruitern angeschrieben zu werden, mit aktiviertem Open to Work, laut LinkedIn (2020)
Quelle: LinkedIn, „The benefits of sharing with your community you're open to work“ (2020)der Recruiter halten Kenntnisse für entscheidend bei der Bewertung von Bewerbungen (Umfrage für LinkedIn, 2020)
Quelle: LinkedIn, „The benefits of sharing with your community you're open to work“ (2020)Wie Recruiter wirklich suchen
LinkedIn Recruiter, das kostenpflichtige Werkzeug von Personalberatungen und internen Recruiting-Teams, kombiniert Filter für Jobtitel, Standort und Kenntnisse, erlaubt Stichwortsuchen mit Operatoren wie AND, OR und NOT und filtert nach Personen, die angegeben haben, dass sie offen für Angebote sind. Außerdem schlägt es für jede offene Stelle passende Kandidaten anhand der Anforderungen vor.
Die praktische Folge ist einfach: Wenn du eine Stelle als „Product Manager“ suchst und dein aktueller Titel „Leitung Digitale Produkte“ lautet, tauchst du in manchen Suchen nicht auf. Dasselbe gilt für den Standort (wer nur „Deutschland“ angibt, fällt bei einer Suche nach München heraus) und für Kenntnisse (die Anzeige verlangt „Power BI“, du hast „Datenvisualisierung“ geschrieben).
- Aktueller und frühere Jobtitel: der Filter, den fast alle zuerst nutzen.
- Standort: die Stadt oder Region, in der du arbeiten möchtest.
- Kenntnisse: mit genau der Bezeichnung, die in den Anzeigen steht.
- Freitext in Headline, Info und Berufserfahrung: wird über die Stichwortsuche gefunden.
Bei Cernoria sehen wir es so: LinkedIn belohnt nicht das glänzendste Profil, sondern das, das dieselben Wörter benutzt wie die Person, die sucht. Erst ihre Sprache sprechen, dann belegen.
Das Profil Feld für Feld
Mit dieser Tabelle prüfen wir ein Profil. Jede Zeile ist ein Feld: was Recruiter darin suchen, was hineingehört und der Fehler, den wir am häufigsten sehen.
| Feld | Was Recruiter suchen | Was hineingehört | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| Headline | Die Stelle, die besetzt werden soll | Zielposition, zwei konkrete Schwerpunkte und ein Beleg | Nur Titel und Arbeitgeber, oder „Auf der Suche nach neuen Herausforderungen“ |
| Jobtitel je Position | Eine Übereinstimmung mit der Suche | Dein echter Titel, bei Bedarf mit der marktüblichen Bezeichnung ergänzt | Ein interner Titel, nach dem niemand sucht, oder ein höherer |
| Standort | Ob du dort arbeiten kannst, wo die Stelle ist | Deine echte Stadt oder die Region, die du anpeilst | Nur das Land angeben |
| Info | Was du tust, für wen und was du jetzt suchst | Drei oder vier kurze Absätze, mit Zahlen | Ein allgemeiner Absatz oder eine angehängte Schlagwortliste |
| Berufserfahrung | Ergebnisse und Kontext jeder Position | Drei oder vier messbare Erfolge pro Position | Die Stellenbeschreibung abschreiben |
| Kenntnisse | Übereinstimmungen mit den Anforderungen | Die aus Anzeigen, die dich interessieren, mit exakter Bezeichnung | Dutzende Kenntnisse ohne Ordnung, keine hervorgehoben |
| Open to Work | Verfügbarkeit und Art der Stelle | Titel, Orte und Arbeitsmodelle, die du wirklich annehmen würdest | Jobtitel ankreuzen, die wenig miteinander zu tun haben |
Die Headline: die Zeile, die am meisten arbeitet
Die Headline erscheint in den Suchergebnissen, unter deinem Namen bei jedem Kommentar und in jeder Einladung. Wenn du sie nicht änderst, zeigt LinkedIn deinen aktuellen Titel und Arbeitgeber, und das ist selten das Beste, was du sagen kannst. Sie fasst bis zu 220 Zeichen, wird aber auf vielen Bildschirmen abgeschnitten. Das Wichtigste gehört also an den Anfang.
Eine Formel, die funktioniert: die Zielposition, so benannt wie in den Anzeigen; zwei oder drei konkrete Schwerpunkte; und ein Beleg. „Leidenschaftlich“, „Macherin“ oder eine Reihe Emojis kosten Platz und passen zu keiner Suche.
Ein Info-Bereich, den man zu Ende liest
Vom Info-Bereich sind vor „mehr anzeigen“ nur die ersten Zeilen sichtbar. Dort gehört das Wesentliche hin: was du tust und für welche Art von Unternehmen, in einem Satz. Danach zwei oder drei Ergebnisse mit Zahlen; dann, was du jetzt suchst; und zum Schluss, wie man dich erreicht.
Schreib in der Ich-Form und ohne Floskeln. Die Schlagwörter der Stelle müssen vorkommen, aber in normalen Sätzen: Eine angehängte Begriffsliste überzeugt niemanden, der sie liest. Unter dem Info-Bereich kannst du bis zu fünf Top-Kenntnisse hervorheben; wähl die, die in deinen Wunschanzeigen am häufigsten vorkommen.
Ein Beispiel vorher und nachher
Julia Beispiel ist eine erfundene Person: acht Jahre Marketing bei einer ebenfalls erfundenen Möbelhauskette, jetzt auf der Suche nach einer Stelle als Marketing Manager im E-Commerce in Berlin. Nichts, was sich in der Nachher-Fassung ändert, ist neu: Alles stand schon in ihrer Berufserfahrung, nur anders erzählt.
Headline vorher: „Referentin Kommunikation bei Möbel Nordstern | Marketing mit Leidenschaft | Auf der Suche nach neuen Herausforderungen“.
Headline nachher: „Marketing Manager | E-Commerce und Paid Acquisition | Online-Anteil am Umsatz von 8 % auf 21 % gesteigert“.
Info vorher: „Dynamische, ergebnisorientierte Fachkraft mit umfassender Branchenerfahrung und ausgeprägter Teamfähigkeit“.
Info nachher: „Ich verantworte das digitale Marketing einer Kette mit 14 Möbelhäusern. In vier Jahren habe ich den Online-Anteil am Umsatz von 8 % auf 21 % gesteigert, mit Kampagnen in Google Ads und Meta und einem Monatsbudget von 15.000 €, das ich mit einem Team von drei Personen steuere. Ich suche eine Stelle als Marketing Manager im E-Commerce in Berlin. Schreiben Sie mir gern hier.“
Open to Work: wann und wie aktivieren
Mit Open to Work gibst du Jobtitel, Orte, Arbeitsmodell und Vertragsart an, die dich interessieren. Es gibt zwei Sichtbarkeitsstufen: Nur Recruiter, das deine Präferenzen mit Nutzern von LinkedIn Recruiter teilt, ohne etwas auf deinem Profil anzuzeigen, oder Alle LinkedIn-Mitglieder, das den grünen #OpenToWork-Rahmen um dein Foto legt.
Laut LinkedIn hatten Personen mit dem öffentlichen Rahmen 2020 im Schnitt eine um 40 % höhere Wahrscheinlichkeit, Nachrichten von Recruitern zu erhalten. Der Rahmen ist unter Personalverantwortlichen umstritten, also hängt die Entscheidung von deiner Lage ab: Ohne Job hilft er meist; in einer festen Stelle ist Nur Recruiter die vernünftige Wahl.
Berufserfahrung, Kenntnisse und Empfehlungen
Zu jeder Position drei oder vier Zeilen mit Ergebnissen, nicht die Stellenbeschreibung. „Kampagnenmanagement“ sagt nichts; „Paid-Kampagnen neu aufgesetzt und die Kosten pro Lead in sechs Monaten um 35 % gesenkt“ sagt alles. LinkedIn ist die kurze, durchsuchbare Fassung; der auf jede Anzeige zugeschnittene Lebenslauf ist die lange.
Was nie passieren sollte: dass sich Profil und Lebenslauf widersprechen. Recruiter schauen sich meist beides an, und ein abweichendes Datum oder ein anderer Titel weckt mehr Zweifel als jede erklärte Lücke.
- Kenntnisse genau so benannt wie in den Anzeigen, die wichtigsten hervorgehoben.
- Zwei oder drei aktuelle Empfehlungen von Vorgesetzten oder Kunden zählen mehr als viele Bestätigungen von Kontakten.
- Das Profil in der Sprache des Zielmarkts; LinkedIn erlaubt eine zusätzliche Fassung in einer anderen Sprache.
Ein Check in einer halben Stunde
Wenn du nur kurz Zeit hast, ist das die lohnendste Reihenfolge, von der größten zur kleinsten Wirkung auf die Suche.
- Drei passende Anzeigen sammeln
Notier den Jobtitel und die Kenntnisse, die in allen dreien vorkommen. Das sind deine Wörter.
- Headline neu schreiben
Zielposition, zwei Schwerpunkte und ein Beleg, mit den Wörtern dieser Anzeigen.
- Jobtitel und Standort prüfen
Interne Titel mit der marktüblichen Bezeichnung ergänzen und die echte Stadt angeben.
- Kenntnisse ordnen
Fehlende ergänzen, die du wirklich hast, und die fünf meistgefragten hervorheben.
- Info und Open to Work anpassen
Erster Satz: was du tust und für wen; Open to Work mit den Titeln und Orten, die du annehmen würdest.
Häufige Fragen
Sollte ich Open to Work aktivieren?
Wenn du suchst, ja. Nur Recruiter ist auf deinem Profil nicht sichtbar und bringt dich in einen Filter, den Recruiter nutzen. Der öffentliche grüne Rahmen ist optional: Ohne Job hilft er oft, in einer festen Stelle ist er umstritten.
Muss mein Profil auf Englisch sein?
Das hängt vom Markt ab. Für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Deutsch; für internationale Konzerne auf Englisch. LinkedIn erlaubt ein Profil in mehreren Sprachen und zeigt jede Fassung je nachdem, wer es aufruft.
Wie lang sollte die Headline sein?
LinkedIn erlaubt bis zu 220 Zeichen, auf vielen Bildschirmen wird sie aber abgeschnitten. Die Zielposition gehört an den Anfang, der Rest an Schwerpunkte und Beleg.
Hilft es, Beiträge zu posten, um eingestellt zu werden?
Es hilft, im Gedächtnis zu bleiben, ersetzt aber nicht die Grundlagen. Ein Profil mit dem richtigen Titel, Standort und den richtigen Kenntnissen erscheint in mehr Suchen als ein sehr aktives mit leeren Feldern.
Darf ich einen anderen Titel angeben als in meinem Vertrag?
Du darfst ihn mit der marktüblichen Bezeichnung ergänzen, etwa „Leitung Digitale Produkte (Product Manager)“, solange er beschreibt, was du tust. Sich eine höhere Stufe zu geben ist riskant: Referenzen decken es auf.

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